Schmuckhornfrosch, Hornfrosch, Ceratophrys sp., Pacmanfrogs
M&L Pacman Frogs
Haltung & Zucht von Schmuckhornfröschen

Kaufentscheidung

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Schmuckhornfrosch Jungtier


Die richtige Vorbereitung

Oftmals ist eine nicht artgerechte bzw. mangelhafte Haltung auf eine schlechte oder fehlende Vorbereitungsphase (z.B. bei Spontankäufen auf Börsen, etc) zurückzuführen. Leider scheint die Aussage, dass Schmuckhornfrösche sogenannte "Einsteiger- bzw Anfängertiere" sind viele Halter glauben zu lassen, dass man so schnell also nichts falsch machen kann. Aber, auch wenn die wenigsten Schmuckhornfrösche bei Haltungsfehlern gleich sterben wie manch andere weitaus empfindlichere Reptilien, können gerade die Fehler die in der Anfangsphase gemacht werden, gravierende Folgen haben, die man oft erst später und nicht selten zu spät bemerkt.



Bevor man sich also für die Anschaffung von Schmuckhornfröschen entscheidet, sollte man sich zunächst gründlich über die zu pflegende Art informieren. Internetseiten und Diskussionsforen zum Thema (Schmuckhorn-) Frösche können dabei eine große Hilfe sein, aber auch sehr verwirrend, da man nicht selten auf eine große aber möglicherweise auch widersprüchliche Informationsvielfalt trifft. Um ein fundiertes Basiswissen zu erlangen, sollte sich jeder zukünftige Froschhalter auf jeden Fall zusätzlich gute Literatur über die jeweilige gewählte Art anschaffen.

Manch einer wird dabei vielleicht sogar feststellen, dass Schmuckhornfrösche gar nicht die richtigen Tiere für einen sind, weil man sich doch manches einfacher oder anders vorgestellt hat. Man muss z.B. bedenken, dass Schmuckhornfrösche nicht ständig rausgenommen werden dürfen, also keine Kuscheltiere sind, dass sie nicht ständig aktiv im Terrarium umherhüpfen sondern im Gegenteil oft tage- und wochenlang vergraben und unsichtbar im Becken hocken, dass man seine Wohnung mit möglicherweise bei Familienmitgliedern "ekelerregenden" Futtertieren teilen muss, dass man von den Schmuckhornfröschen 2-6 Monate im Jahr (Trockenruhe) so gut wie nichts hat, dass die Stromkosten enorm steigen etc. etc. 



Häufig wirkt bei Anfängern der Schmuckhornfrosch-Haltung auch die Tatsache, dass man nicht mehrere Schmuckhornfrösche in einem Becken halten darf, weil sie sich sonst gegenseitig attackieren oder gar aufressen könnten (strickte Einzelhaltung), eher abschreckend. Auch in der Natur sind es nunmal hauptsächlich Einzelgänger (Ausnahme: Paarungszeit).

Kurz: Die erste Aufgabe ist es sich zu informieren und zu belesen so viel es nur geht!


Die Kaufentscheidung

Hat man sich also entschieden, einem Schmuckhornfrosch ein zuhause zu bieten und sich reichlich über die Tiere informiert, steht auch schon die nächste schwierige Frage an: Wo soll man das Tier kaufen??



Am einfachsten ist es natürlich in einer Zoohandlung zu kaufen. Dies hat jedoch entscheidende Nachteile, die auch uns vor Jahren in unseren zarten Anfängen nicht erspart blieben. Zunächst einmal ist es so, dass in Zoohandlungen auf Grund von Zeitmangel meist kaum artgerecht gefüttert wird, sprich die Tiere kaum bis gar keine Nahrung bekommen und wenn dann ohne entsprechende Supplemente (Kalzium, D3, etc). Zudem sitzen die Frösche dort meist in viel zu kleinen und viel zu trockenen Terrarien und fristen so ihr Dasein bis endlich jemand kommt und dem Tier ein hoffentlich artgerechtes Leben ermöglicht... leider ist es dann jedoch oft schon zu spät und mangelhafte Haltung und keine oder schlechte Nahrung haben ihre Spuren nicht selten bereits hinterlassen... gerade MBD (Knochenschwund) tritt bei diesen Tieren häufig auf was auf den starken Kalziummangel im noch jungen Alter zurückzuführen ist. Diese Tiere haben ein derart weiches Skelett dass sie sich kaum mehr bewegen können, die Gliedmaßen verkümmern, die Kiefer aufweichen und letztenendes nicht mal mehr selbstständig fressen können, was zwangsläufig zum Tod führt sofern man nicht selbst dem Leiden ein Ende setzt und das Tier vom Tierarzt erlösen lässt.

Schlimmer ist allerdings noch, dass die Tiere aus dem Handel häufig mit Parasiten (z.B. Würmer, Kokzidien, Oxyuren) befallen sind. Auch dies blieb uns nicht erspart und es vergingen ca. 2-3 Monate mit der medikamentösen Behandlung von Wurm- und Kokzidienbefall, während die Frösche aus Hygienegründen nur auf Zeitungspapier oder feuchten Filterschwämmen sitzen durften... Hätten wir hier direkt logisch gedacht wäre uns dies also erspart geblieben, man bedenke nur mal welch gigantischen Tier-Durchlauf Zoohandlungen zum Teil haben und das mit Sicherheit nicht immer die Zeit da ist die Becken vor Bezug neu ankommender Tiere zu reinigen und zu desinfizieren was über kurz oder lang zwangsläufig zum Durchseuchen der gesamten Terrarienanlage führt.




Vorzuziehen ist also in jedem Fall der Kauf bei einem (leider in Deutschland noch sehr seltenen) privaten Züchter. Dort ist die Wahrscheinlichkeit gering, einen Frosch mit Parasitenbefall zu erwischen und der Züchter ist nicht zuletzt auch ein super Ansprechpartner für Fragen und Ratschläge, was die Haltung von Schmuckhornfröschen angeht!

Ganz egal aber ob man nun letztendlich beim Züchter oder in einer Zoohandlung kauft, man sollte auf jedenfall die Neuankömmlinge eine Weile beobachten und besonders auf folgende Krankheitsmerkmale achten:

- Abmagerung bzw sichtbare Knochen
- (Kopf-) zittern, Probleme bei der Koordination
- Appetitlosigkeit (ein gesunder und eingewöhnter Frosch frisst so ziemlich alles was vors Maul kommt)
- Apathie (nimmt man den Frosch in die Hand, sollte er aufmerksam blicken und sich bewegen oder gar versuchen zu entkommen, auch Drohgebärden sind normal und wünschenswert da dies auf einen vitalen Frosch hinweisen kann 
- Verkrümmungen oder Verstümmelungen der Knochen und Gliedmaßen (mögliche Stoffwechselerkrankung durch falsche Ernährung und nicht ausreichende UV-Versorgung = MBD, siehe oben)

Ein gesunder Schmuckhornfrosch macht einen agilen, wachsamen Eindruck, hat einen klaren Blick und wehrt sich also bei ergreifen in aller Regel!


Transport 

Es ist so weit, der große Tag ist gekommen: Der neue Mitbewohner soll ins eigene zuhause geholt werden... doch halt, auch hier gibt es wieder einiges zu beachten damit der neue Pflegling sicher und wohlbehalten in seinem neuen Domizil ankommt. 


Da unsere Frösche noch recht jung waren als wir sie abholten, konnten sie in der mit feuchtem Zewa ausgelegten Heimchendose in welcher der Züchter die Tiere einzeln untergebracht und aufgezogen hatte transportiert werden. Aufgrund der Kälte bzw. eventuellen Temperaturschwankungen und um den Stress für die Tiere möglichst gering zu halten stellten wir diese Aufzuchtboxen nun in eine große Styroporkiste welche zum einen prima dämmende Eigenschaften hat und zum anderen die Tiere abgedunkelt transportiert werden konnten. Dies erspart den Tieren eine Menge Stress da es zu keinen optischen Reizen etc kommt zu der eh schon ungewohnten Situation des Transports.

Gerade im Winter bzw. den kühleren Monaten ist darauf zu achten, dass die Tiere keinesfalls auskühlen können oder gar Zugwind abbekommen. Abhilfe kann man schaffen, indem man eine gut temperierte Wärmfläsche, eine mit warmen Wasser gefüllte Getränkeflasche oder im besten Fall ein Heatpak (Heizkissen) in den Transportbehälter (Styroporkiste) legt. Darauf können nun die Dosen mit den Schmuckhornfröschen abgestellt werden so dass sie ein wenig warm gehalten werden bzw. die vorhandene Wärme länger gehalten wird.


Einzug ins neue Terrarium

Für den Neuankömmling sollte man, so fern ein bereits vorhandener Tierbestand gefährdet werden könnte, ein Quarantäne-Terrarium bereit stehen haben, welches bereits einige Tage im Betrieb ist und in dem die Temperaturen durch Beobachtung im "Probelauf" mit Sicherheit stimmen. Optimalerweise ist das Quarantäne-Terrarium leicht zu reinigen und dient ausschließlich zum Zweck der Quarantäne. Hier hat sich zB feuchtes Zewa oder ein feuchter Filterschwamm aus der Aquaristik als Bodengrund bewährt da es schnell und einfach zu säubern bzw entfernen ist und so Kot- und Urinreste und somit Keime und Bakterien keine Chance haben. 

Das Quarantäneterrarium kann ruhig etwas kleiner als das endgültige Terrarium sein, solange die Grundbedürfnisse (Wärme, Versteck, etc) gewährleistet sind reicht oftmals schon eine einfache mit Lüftungslöchern versehene Plastikbox oder Tupperdose vollkommen aus. Nun sollten die neuen Haustiere etwa einen Monat lang gut beobachtet werden. Gleichzeitig wird eine Kotprobe beim Tierarzt abgegeben mit der Bitte nach Innenparasiten etc zu suchen. Sollte eine behandlungsbedürftige Erkrankung festgestellt werden, verbleibt der Schmuckhornfrosch während der gesamten Dauer der Behandlung im Quarantäneterrarium um keinesfalls den Altbestand zu gefährden. Absolute Hygiene, eigenes Besteck und Werkzeug sowie peinlichst genaues Händewaschen sind nun die Grundvoraussetzung.

Sollte man kein Quarantäne Terrarium haben oder keinen bereits vorhandenen Bestand welchen es zu schützen gilt, kann auch direkt am Anfang das "richtige" Terrarium genommen werden, allerdings wird dieses dann einfach etwas sparsamer eingerichtet damit es sich einfach reinigen läßt. Nach einer eventuellen Krankheit und der damit einhergehenden Behandlung muss es im Anschluss an diese Maßnahmen natürlich gründlichst gereinigt und desinfiziert werden, fragen sie hier bitte ihren Tierarzt welches Desinfektionsmittel bei der entsprechenden Krankheit zur Anwendung kommt. 


Grundsätzlich sollte man dem neuen Frosch in den ersten Tagen die Zeit geben sich in aller Ruhe einzugewöhnen und einzuleben. In vielen Fällen bewegt und frisst der Hornfrosch in den ersten 1-2 Wochen wenig und ist noch recht schreckhaft. Wenn man die Tiere nun ganz in Ruhe läßt (nicht anfasst oder ständig an der Scheibe hängen zum "glotzen") und nur zur Reinigung bzw. Futtergabe im Terrarium hantiert, sollte sich der Frosch schnell an seinen neuen Menschen gewöhnen. Wichtig ist auch, dass das Terrarium nicht an einem Ort steht, an dem ständig Trouble und Bewegung herrscht sowie nie direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist.

Ist die Kotprobe nach Abschluss der Quarantänezeit sauber bzw. die Behandlung abgeschlossen und macht das Tier nun einen gesunden Eindruck, kann es in ihr richtiges Terrarium mit allen Einrichtungsgegenständen und vor allem einem geigneten Bodensubstrat (Walderde, Kokoshumus, etc) ziehen um sein neues endgültiges Reich zu inspizieren.
 




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